Griechenland 2019

Die Vorfreude auf diese Ferien war schon seit langem riesig. Einen ganzen Monat mit unserem neuen Wohnmobil!

Wir bereiten uns vor, indem wir die Karte Griechenlands studieren und einige Reiseberichte im wohnmobilforum-schweiz.ch und womoblog.ch lesen. Ausserdem kennen wir ja zumindest den Peleponnes schon recht gut.

Am Tag vor der Abreise habe ich noch einen Einsatz als «Kunsthandwerker» in Arbon am Bodensee. Selbstverständlich benütze ich das Womo dafür. Nach einer kurzen Nacht fahre ich um 08.30 in Arbon los. Zuhause angekommen lade ich mein Material aus und wir starten mit dem Beladen der Ferien-Utensilien. Eigentlich haben wir gar nicht so viel Zeugs. 2 «normale» Velos, Tisch, Stühle, kleiner Grill, und ein paar Kleinigkeiten, that’s it. Die Garage ist halb leer.

Duschen, die Familie verabschieden und schon fahren wir los!

01.09.2019 – 14h45

Wir verlassen das Seeland und fahren, wie immer, über den grossen St. Bernhard, umfahren Milano grossräumig via Alessandria und steuern den Camping Parco al Po in Cremona an. Wir erreichen den Camping um 22h30. Dort ist, wie letztes Jahr, wieder einiges los. Wir hören Musik und Menschen. Aber das stört uns natürlich nicht. Wir nehmen einen Schlumi und legen uns hin. Dieses Mal haben wir leider kein einziges Kaninchen gesehen. Von denen hatte es bisher immer ganz viele.

Camping Parco Al Po, Via del Sale, 60, 26100 Cremona CR, Italien
1 Nacht, 11€ (1€ pro Stunde)

02.09.2019 – 09.00

Wir fahren los und merken sofort den Unterschied zum Tag vorher. Es ist Montag und es sind sehr viele LKW unterwegs. Aber da die Ferienzeit in Italien noch nicht ganz vorbei ist, hält es sich mit dem Verkehr in Grenzen. Wir erreichen unser Ziel, den Stellplatz «Disco Karting» in Scossicci, Porto Recanati um 14h30. Der Stellplatzbetreiber begrüsst uns mit den Worten «Io sono Italiano, parla Italiano solo» oder so ähnlich… Unser Italienisch ist gleich null, wir sprechen einfach Französisch mit Italienischem Akzent, aber es klappt doch. Der SP kostet 20 Euro. Dafür gibt es schwachen Strom – 500 Watt – eine Dusche und weit entferntes WC. Die Plätze sind grosszügig und es hat einen überdachten Tisch mit Bänken auf jedem Platz. Wir gehen zum Strand und geniessen ein lokales Bierchen. Es ist angenehm warm. Am Abend kommt starker Wind auf und ein Gewitter zieht über die Küste. Wir essen gegenüber dem Stellplatz etwas. Nichts feines leider. Ich hatte eine rote Pizza. Ich wusste nicht, dass das eine Pizza ohne Käse ist… Darauf waren ein paar Meeresfrüchte. Die Gattin frittierter Fisch. Aber hey, kein Problem. Man merkt der Gegend an, dass Ende Saison ist. Irgendwie läuft alles schon auf Halbmast. Wir legen uns hin und schlafen wunderbar.

Area Sosta Camper, 62017 Scossicci, Macerata, Italien
1 Nacht, 20€

03.09.2019 – 10h00

Von Porto Recanati nach Ancona sind es nur ein paar Minuten Fahrt. Wir leeren die Toilettenkassette, tanken etwas Wasser und fahren direkt zum Check-In am Hafen von Ancona. Wir kennen das Prozedere und es ist auch dieses Mal wieder sehr unkompliziert. Fahrzeugausweis nicht vergessen! Beim Warten lernen wir ein nettes Berner Pärchen kennen. So vergeht die Zeit beim Warten sehr schnell. Die Fähre ist sehr pünktlich und wir können einen Platz in der zweiten Reihe ergattern. So haben wir sogar etwas Meersicht.

Jetzt sofort an Deck, einen Ouzo, ein Mythos Bier und eine Portion Gyros. Ja, die Fähre ist bereits Griechenland! Sogar die Zeit wird umgestellt, es gilt die griechische Uhrzeit an Bord. Wir quatschen noch lange mit Bruno und Sonia und gehen irgendwann in unser Womo um noch den Film «Oscar» mit Louis De Funès zu schauen. Naja, ich sehe nicht mehr viel vom Film, aber die Holde schaut bis zum Ende.

04.09.2019

Am nächsten Morgen früh um ca. 6 Uhr legt die Fähre in Corfu an. Es gibt etwas Betrieb und so kann man nicht mehr schlafen. Kein Problem, es ist schön warm und der Sonnenaufgang ist spektakulär.

Corfu

Eine gute Stunde später sind wir in Igoumenitsa. Unser ursprünglicher Plan war ja, zuerst den Norden Griechenlands zu bereisen, danach eventuell zu den Verwandten nach Zakynthos, und dann nach Hause. Deshalb die Fähre nach Igoumenitsa und nicht nach Patras. Kurz vor der Abreise haben wir aber umdisponiert. Zuerst nach Zakynthos, danach weiter. So heisst es nun von Igoumenitsa, ganz im Norden nach Killini auf dem Peleponnes zu fahren. Die Fahrt ist sehr entspannt, fährt man doch auf einer top-modernen, sauteuren, fast menschenleeren Autobahn bis nach Patras. Die Überfahrt über die Brücke Rio, welche das Festland mit dem Peleponnes verbindet, kostet alleine 20 Teuros.

Die Brücke Rio in Patras

Wir fahren weiter bis Killini und kaufen ein Ticket für die Fähre nach Zakynthos. Wir haben noch 90 Minuten Zeit. Also reicht es für den ersten Schwumm in Griechenland am Strand direkt neben dem Hafen. Auch für das erste Café Frappé reicht es. Die Überfahrt dauert eine Stunde. Sofort fahren wir zu unserem üblichen Camping – der Camping Zante in Tragaki. Dieser ist fast leer, wir kriegen einen Platz direkt über dem Meer. Herrlich! Die nächsten 4 Tage verwenden wir um runterzufahren und in den Ferienmodus überzugehen. Bädele, ässe, trinke, nüt mache! J

Der Camping Zante ist ein rudimentärer Camping mit älteren aber sauberen Wascheinrichtungen. Er ist direkt am Meer mit einem ca. 5-10 Meter breitem Sandstrand.

Ein grosser Swimming-Pool gehört ebenso zum Camping wie ein Restaurant. Dieses bietet vorzügliche traditionelle griechische Küche zu wirklich günstigen Preisen. Absolut empfehlenswert! Wenn man 2 Minuten dem Strand entlang geht kommt man zu 3 weiteren Restaurants. Das Restaurant Ladofanaro ist sehr zu empfehlen, die anderen Zwei, unserer Meinung nach, eher nicht.

Camping Zante, Tragaki, Zakynthos GR
5 Nächte à 23€

09.09.2019 – 09h30

Am Vortag haben wir unsere Tickets für die Fähre von Zakynthos nach Killini gebucht und auf mein iPhone geladen. Sehr praktisch!

Wir fahren auf die Fähre und diese verlässt pünktlich den Hafen von Zakynthos. Normalerweise war ein Gefühl von Wehmut dabei, war dies doch bisher immer der Aufbruch nach Hause. Aber dieses Mal ist es anders. Es ist der Anfang einer Reise in Teile Griechenlands, die wir noch nicht gesehen haben.

Diese Fähre der Levante Ferries ist grösser und neuer als die Fähre welche wir bisher kannten. Richtig schön! Die Fahrt ist aber auch hier eh sehr kurz. Wir fahren von Bord und nehmen Kurs auf Patras, wieder über die schöne Brücke und danach dem Golf von Korinth entlang. Meine Tankanzeige sagt, wir haben noch für 60 Km Diesel. Kein Problem denke ich, in Griechenland hat es mehr Tankstellen als Kühe… Ja genau! Auf dieser Strecke kommt und kommt keine Tankstelle. Als ich noch 30 Km Reichweite habe fragen wir unser Navi nach der nächsten Tanke. 20 Km! Nach Adam Riese müsste das reichen. Als wir die rettende Tankstelle erreichen zeigt mein Bordcomputer eine Reichweite von 8 Km. Locker vom Hocker also! J Meine LAP fand’s nicht so lustig! Wir tanken voll und AdBlue war auch fällig. Selbstverständlich kamen danach alle paar Meter Tankstellen…

Um 15.00 Uhr erreichen wir den Camping Ayannis in Itea. Der Camping ist etwas heruntergekommen, aber auch hier sind die Sanitäranlagen sauber und grosszügig. Der Besitzer ist sehr freundlich und wir kriegen einen schönen Platz. Viele Plätze für Womos über 7m länge hat es nicht. Man muss auch hier höllisch aufpassen, nicht einen dicken Ast eines Olivenbaums zu erwischen. Das Restaurant ist geschlossen, weil der Betreiber kürzlich verstorben ist… Auch sonst ist nicht viel los auf dem Camping. Die nahe gelegene Strasse hört man auch sehr gut. Direkt beim Camping hat es einen kleinen Strand mit Kieselsteinen. Das Wasser ist herrlich klar. Wir baden und nehmen einen Apéro. Zum ersten Mal in diesen Ferien kommen unsere Velos zum Einsatz. Wir fahren die paar Kilometer ins Dorf rein. Gleich beim Eingang essen wir einen vorzüglichen Fisch. Der Bestellvorgang läuft so. «Haben Sie Fisch?» – «Ja klar, komm mit, schau die Fische und sag welchen du möchtest». Ich liebe es! Man muss aber wissen, dass Fisch verhältnismässig teuer ist. Wenn man etwas «normales» isst, kostet ein Essen mit Wein, 2-3 Mézes (Vorspeisen), 2 Hauptspeisen und Kaffee so um die 30-40 Euros, höchstens. Hier kostet der Fisch alleine 45 €. Dieser hier war aber jeden Cent wert.

Wir verlassen die Taverna und fahren vor zum Dorf. Dort ist noch echt viel los. Dem Hafen entlang hat es ganz viele Beizen und es ist immer noch schön warm. Wir schlendern etwas hin und her, trinken etwas und gehen dann zurück zum Camping. Das Dorf wäre eigentlich super, man könnte bleiben. Wir wollen aber trotzdem weiter…

Camping Ayannis, Epar.Od. Iteas-Distomou 139, Kirra 332 00
1 Nacht, 23€

10.09.2019 – 10h50

Delphi wird als Wiege der Zivilisation bezeichnet. Klingt doch gut. Wir fahren hoch, fahren durch das sehr enge moderne Delfi, weiter zur Archäologischen Stätte. Die recht gut erhaltenen alten Steine sind wirklich interessant. Wir besichtigen die diversen Gebäude, Amphitheater, das Stadion mit Platz für 7’000 Leute, usw. Echt cool. Das Wetter ist auch perfekt. Die Sonne scheint heiss, es geht aber ein frischer Wind. Und das Training für die Oberschenkel ist auch nicht zu unterschätzen, geht es doch überall steil Bergauf.

10.09.2019 – 14h30

Wir sind hungrig, haben wir doch nichts gefrühstückt und auch sonst noch nichts gegessen. Wir fahren weiter in Richtung Lamia und halten auf halber Strecke bei einer Taverna an. Wir essen feines Souvlaki. Danach fahren wir über diverse Pässe bis wir runter nach Lamia kommen. Wer von Griechenland nur die Inseln kennt, kann sich kaum vorstellen, wie bergig dieses Land ist. In Delfi war ein Wegweiser zu einem Ski-Gebiet! Der Berg Parnassos ist 2457m hoch. Und nur ein paar Kilometer weiter ist das Meer.

Wegweiser zum Skigebiet

Wir fahren an Lamia vorbei Richtung Volos. Die Stadt ist gross (über 100’000 Einwohner) und liegt am Pagasatinischem Golf.

Aussicht auf Lamia

Gleich ausserhalb der Stadt gibt es 2 Campingplätze direkt nebeneinander. Wir steuern den Camping Sikia an. Wir sind müde. Der Camping ist voll, aber wir dürfen für 20€ auf dem Parkplatz übernachten. Wie grosszügig… Wir kriegen Strom und stehen extrem schräg, trotz Keilen. Der Grund weshalb der Camping voll ist: Es gibt geführte Wohnmobil Reisen durch Griechenland. Es ist uns schon bei der Fahrt aufgefallen, dass uns sicher 20 Womos mit NL Kennzeichen entgegengekommen sind. Auch hier sind es 15 Holländer die aber morgen weiterziehen.

Geführte Wohnmobil Touren? Ich will ja jetzt nicht zu bünzlig erscheinen, aber ist das nicht genau das Gegenteil von dem was man am Reisen mit dem Wohnmobil so schätzt? Die Freiheit, die Möglichkeit jederzeit weiterzufahren, wenn es einem nicht gefällt? Obwohl ich das noch nie gemacht habe behaupte ich jetzt einfach mal, das wäre nichts für mich!

Wir trinken ein paar lokale Biere in der Bar vom Nachbarscamping. Gleich nach dem Aufstehen am nächsten Tag beziehen wir einen schönen, grossen Platz oben am Camping. Der Platz verfügt über ein grosses Restaurant, Shop, Bar, sehr modernen Sanitäranlagen. Die Campingbetreiberinnen sind sehr freundlich und sprechen Griechisch, Deutsch, Englisch, Französisch und wahrscheinlich noch mehr… Es gibt einen kleinen Sandstrand mit sauberem Wasser. Es sind ca. 29 Grad und das Meer ist angenehm sauber und warm. Perfekt!

Wir verbringen den Tag mit Baden, schnorcheln, sünnele, Baden, schnorcheln… usw.

Am Abend essen wir in der Beiz des zweiten Campings. Ich bekomme eine Meeresfrüchte Risotto, die Gattin eine Giouvetsi (Rindragout mit Teigwaren mit Käse überbacken).

Am zweiten Tag geht es weiter, Baden, Schnorcheln, usw. Am Abend gehen wir zu Fuss, ca. 20 Minuten zu nächsten Dorf Kala Nera. Dieses ist schmuck und hat dem Strand entlang ein Restaurant nach dem Anderen.

Auf dem Weg dahin durchqueren wir eine Park der aussieht, wie ein alter Camping Platz. Es hat auch ein paar Wohnmobile die da freistehen. Auch ein angebundenes Pferd ist da. Da wir ganz alleine sind ist das noch etwas spooky…

Wir geniessen den schönen Sonnenuntergang und essen im Restaurant. Food okay, Bedienung sehr freundlich.

Camping Sikia, Κάτω Γατζέα 373 00, Volos GR
3 Nächte, total 74€

13.09.2019 – 12h30

Unser Plan ist es, an die Olympische Küste zu gelangen, also die Küste wo sich der Berg Olymp befindet. Vorher machen wir aber einen Umweg. Wir fahren über einen Berg und fahren auf der anderen Seite runter nach Mylopotamos. Ein kleiner Strand an der felsigen Küste mit mehreren Restaurants. Es hatte geregnet und jetzt ist das Meer recht aufgewühlt. Wir lassen es sein mit dem Bad.

Mylapotamos GR

Wir essen etwas und da passiert es wie im Film. Meine Frau und ich sitzen im 90 Grad Winkel zu einander. Wir sitzen ganz vorne mit Blick auf das Meer. Hinter mir ruft plötzlich eine Dame um Hilfe und klopft ihrem Mann heftig gegen die Brust. Dieser ist dabei in Ohnmacht zu fallen. Meine Frau reagiert sofort und rennt zu dem Mann hin, aber der Tischnachbar des Mannes hatte die Situation ebenfalls erfasst und wendet das Heimlich Manöver an. Der Herr spuckt etwas aus und ist sofort wieder da. Wow, sowas hatte ich noch nie gesehen.

Wir beruhigen uns und nehmen den Weg an die gewünschte Küste unter die Räder. Wir nehmen eine andere Route. Diese führt über einen anderen Berg wo wir an Skipisten vorbei in einer Höhe von 1192 den Pass überqueren und danach wieder auf Meereshöhe runterfahren.

Links oben – Pelion Ski Resort

Die Strassen sind schon sehr abenteuerlich. Sie sind einfach so breit, wie es Platz erlaubt. Mal 10 Meter, mal 3 Meter. Aber immer mit einer doppelten Sicherheitslinie! Auch über die 3 Meter breiten Brücken! Kreuzen könnte man nicht, aber Hauptsache doppelte Sicherheitslinie 😀

Wieder in Volos angekommen befahren wir die Autobahn Richtung Thessaloniki. Wir erreichen den Camping Stolos in Variko um 18h45.

Der Camping Stolos verfügt über ein sehr gutes Restaurant, Mini-Markt, Bungalows und viele Dauermieter. Es hat auch Platz für ein paar Wohnmobile/Zelte. Der Platz ist schon fast leer, aber Restaurant und Mini-Markt sind geöffnet. Der Strand ist nur ein paar Meter entfernt und ist einfach traumhaft. Feiner Sand, kein einziger Stein weit und breit und, das wichtigste, fast leer! Es hat 2-3 Campingplätze aber die sind wohl alle fast leer. Wir machen es uns gemütlich und bleiben ein paar Tage. Wir essen 3 Mal im Restaurant und sind begeistert. Die Preise sind auch völlig ok.

Camping Stolos, Variko Βαρικό Variko, 602 00
3 Nächte, 20€ pro Nacht

16.09.2019 – 10:30

Wir wollen zu den Ausgrabungsstätten von Dion. Dion liegt nur ein paar Kilometer von unserem Camping entfernt, am Fuss des Olymps. Der Eintritt zu den Stätten und Museum kostet 8 € pro Nase. Die alten Steine sind sehr interessant, leider wird deren Pflege etwas vernachlässigt. Das Gelände ist gross und so verbringen wir doch viel Zeit dort. Danach besuchen wir das Museum welche viele Schätze der Ausgrabungen zeigt. Höhepunkt ist sicher das Mosaik. Interessant ist auch, dass viele Ausgrabungen während der letzten paar Jahre beim Bau der neuen Autobahn gemacht worden sind.

Wir fahren ein paar Kilometer weiter, an Katerini und Paralia vorbei nach Korinos zum Camping Odysseia. Ein Camping voll mit Dauermietern und einer handvoll Plätzen für Womos und Zelte. Der Strand ist sehr schön und wieder leer. Es hat in unmittelbarer Umgebung mehrere Hotels und Strandbars, aber es ist praktisch alles schon geschlossen. Heute kriegen wir Besuch der besten Freundin meiner Frau. Sie feiert heute auch noch Geburtstag. So gehen wir zum Strand und später gehen wir etwas feines Essen. Den nächsten Tag verbringen wir mit Dolce far niente…

Camping Odysseia, Korinos GR

Camping Odysseia, Korinos GR

Am Mittwoch 18.09. um 10.30 besteigen wir den äusserst pünktlichen Zug nach Thessaloniki. Die zweitgrösste Stadt Griechenlands mit sehr viel Kultur und schönen Sehenswürdigkeiten. Das haben sie uns jedenfalls gesagt. Der Spaziergang dem Hafen entlang war wirklich schön. Ein Kaffeehaus neben dem nächsten. Unglaublich wieviel Kaffee in Griechenland getrunken wird. Jedes war gut besucht. Wir besichtigen den Weissen Turm und besteigen einen Hop-on, Hop-off Bus und lassen uns die sehr wenigen Sehenswürdigkeiten zeigen. Oben bei der Burg essen wir einen Happen und machen ein paar Fotos. Danach geht’s wieder runter in die Stadt und danach zu Fuss zum Bahnhof. Ganz ehrlich! Wir haben uns doch viel mehr von dieser Stadt erhofft. Sie ist gross, stinkig und laut, aber wirklich viel zu sehen gibt es nicht, oder wir haben es einfach verpasst. Wir besteigen den Zug um 17h20 und fahren zurück zum Camping.

Es gibt wieder feines Essen im Restaurant ca. 200 Meter vom Camping entfernt.

http://www.odysseiacamping.gr
3 Nächte, 20€ pro Nacht

19.09.2019 – 12h30

Es wird Regen gemeldet und wir haben den Camping auch gesehen. Wir fahren wieder Richtung Süden, gleich Unterhalb unserer Vorletzten Station nach Platamon zum Castle Camping. Dieser liegt, wie der Name vermuten lässt, unterhalb eines Schlosses. Auch dieser Platz ist voll mit Dauercampern und es hat nur ganz wenige Plätze für uns Womos. Aber auch dieser Platz ist leer. Das Restaurant ist bereits geschlossen, aber nur 100 Meter weiter gibt es eine schöne Taverne. Von Weitem sehe ich einen Tunnel unter dem Schloss. Wir baden und schauen uns später diesen angeblichen Tunnel an (meine Frau glaubt nicht an meine Tunnel-Theorie). Und tatsächlich handelt es sich um eine Bar, die Gallaria. Diese wurde in einen alten Eisenbahntunnel gebaut. Innerhalb der Bar hat es 2 Barwagen, einen Wagen für den Nachschub und einen WC Wagen. Hinter diesem geht der Tunnel weiter und dient als Fussweg für die benachbarte Stadt! Sehr sehr geil!

Am Abend essen wir etwas in der Taverne und schauen dem Gewitter zu. Es regnet stark und es gibt eine unruhige, kühle Nacht.

Castle Camping, Panteleimon Beach, 60 065, Neos Panteleimonas, Pieria
1 Nacht, 20€

20.09.2019 – 13h30

Wir reinigen alles und nehmen den Weg nach Kastraki unter die Räder. Kastraki kennt wahrscheinlich niemand, aber gleich daneben sind die berühmten Meteora Klöster. Schon auf dem Weg zu den berühmten Felsen kann man sie von Weitem erkennen.

Camping Meteora Garden, Kastraki GR

Wir checken im Camping Meteora Garden ein. Auch dieser Camping ist praktisch leer. Es ist kühl geworden. Es sind noch knapp 20 Grad. Der Camping hat nur Stellplätze für Camper/Zelte und keine Dauercamper. Er verfügt ebenso über schöne Zimmer. Unsere Mitreisende checkt im schönen Zimmer ein, und wir richten uns ein. Die Nasszellen sind sauber und die Camping Chefin ist super freundlich. Wir verlieben uns sofort in eine Katzenfamilie und die Besitzerin erzählt uns, dass der Campingplatz früher für seine Katzen bekannt war. Mehr als 40 Katzen lebten dort. Bis eines Tages jemand begann, die Katzen zu vergiften. Eine nach der Anderen wurden tot aufgefunden. Traurige Geschichte! Aber jetzt gibt es wieder neue Vierbeiner und diese hier sind besonders niedlich! Die Camping Chefin empfielt uns ein Restaurant im Dorf Kastraki. Es sei nur ein Kilometer entfernt, also locker zu Fuss erreichbar. Naja, ich weiss ja, dass ein Km normalerweise immer mindestens 2 Km sind, aber kein Problem, wir haben ja gute Füsse und Zeit. Wir marschieren los und kommen tatsächlich nach 1.8 Km beim empfohlenen Restaurant an. Die Aussicht auf die Meteora Felsen ist überwältigend. Ich kann mir gut erklären, warum gläubige Menschen diese Felsen als göttlich bezeichnen. Wir essen vorzüglich und gehen nach einem kurzen Stopp in einer Ouzeria (ein Ort an dem Ouzo gemacht wird/wurde) zurück zum Zeltplatz. Wir sind müde und legen uns für eine ruhige Nacht hin.

21.09.2019 – 09h30

Die Klöster öffnen um 09 Uhr und schliessen um 15 Uhr. Ok, die Camping Mama hat uns erklärt, dass das grösste Kloster auch das Schönste sei. Wir befolgen ihren Rat und fahren hoch zum Megalo Meteoro. Ein Mönchskloster welches wirklich sehenswert ist. Auf dem Weg dahin sehen wir mehrere Womos die auf einem der offiziellen Parkplätze geparkt ist, mit Keilen unter den Rädern. Offensichtlich haben die da übernachtet. Irgendwie noch cool. Das Kloster ist gross und imposant. Wir besichtigen es und beschliessen uns die anderen Klöster zu schenken – hast du ein Kloster gesehen, hast du alle gesehen 🙂

Wir fahren zurück zum Camping, räumen zusammen, bezahlen und verabschieden uns von unserer Freundin. Sie fährt zurück nach Athen um dort am übernächsten Tag den Flug zurück in die Schweiz zu nehmen.

Camping Meteora Garden, 1o km National road, Ioanninon, Kalampaka 422 00
1 Nacht, 20€

Ich will unbedingt die Vikos Schlucht besichtigen. Wir waren mit Verwandten kürzlich beim Creux zu Van im Jura. Solche Schluchten und Felsen faszinieren mich einfach. Die Herzdame leidet unter Höhenangst, aber möchte es trotzdem sehen. Die Fahrt führt hauptsächlich über eine 4 Spurige (plus Pannenstreifen) Schnellstrasse, welche kaum befahren ist, bis nach Ioannina. Von dort geht es steil den Berg hoch, aber über sehr angenehme Strassen. Wir erreichen den Parkplatz des schönen Aussichtspunkts dank den Koordinaten von womoblog.ch. Von da sind es offiziell 100 Meter, also 200 Meter bis zur Stelle wo man ungefähr in der Mitte der Schlucht die ganze Pracht sieht. Einfach nur WOW! Wahnsinnig beeindruckend. Meine Frau findets zwar schön, aber eben, sie fühlt sich alles andere als wohl. Nach ein paar Minuten und unzähligen Fotos geht’s zurück zum Womo. Dort treffen wir auf ein Paar, welches wir fast 2 Wochen früher im Camping Stolos gesehen haben. Griechenland ist klein!

Vikos Schlucht GR

Wir sind etwas hin- und hergerissen. Die Wettervorhersage für die Westküste ist sosolala, aber für Zakynthos wäre sie richtig schön. Aber der Weg und die Fähre würden doch einen Batzen kosten und ausserdem wollen wir noch etwas sehen, was neu ist. Ok, wir steuern den Camping Nautilos in Sivota an. Dieser ist nur ein paar Kilometer von Igoumenitsa entfernt. Und da werden wir bekanntlich die Fähre nach Italien besteigen. Der Camping hat sehr gute Reviews auf Google und wie wir finden, absolut zurecht. Er ist sehr gross, mit nur wenigen Plätzen für Wohnmobile. Die Sanitärgebäude, die Strandbar und das Restaurant sind neu. Man isst wirklich gut und die Stellplätze sind allesamt mit direktem Blick aufs Meer. Der Strand besteht aus groben Steinen und das Meer fällt steil ab. Das Wasser ist türkisblau und super sauber.

Am ersten Abend essen wir einen feinen Fisch im Camping-Restaurant. Am zweiten Abend gehen wir die 2 Km zum nächsten Dorf zu Fuss und essen, wie immer, traditionell Griechisch.

Wir lernen nette Leute kennen und verbringen nochmals einen schönen, aber kühlen Tag in Sivota.

Nautilos Camping, Syvota 461 00
4 Nächte, 23 €/Nacht

25.09.2019

Heute ist es wieder schön warm und fast windstill. Wir verbringen den Tag bis 15 Uhr am Strand. Danach heisst es zusammenräumen. Um ca. 16 Uhr verlassen wir den Platz und fahren rüber nach Igoumenitsa. Dort gibt es einen Happen zu Essen und wir machen die letzten Einkäufe für die Überfahrt.

Wir fahren rüber zum Drepano Beach. Dort stehen sicher 20 Wohnmobile, trotz ausdrücklichem Verbot. Also gesellen wir uns dazu und nehmen einen Apéro an der Beach Bar.

Drepano Beach, Igoumenitsa GR

Wir schauen uns den Sonnenuntergang an und fahren zum Hafen. Dort stehen wir lange ganz alleine. Nach einer Weile kommen aber weitere LKW und Wohnmobile. Da unser Reisebüro unsere Reise falsch gebucht hat, müssen wir nach Bari, statt nach Ancona. Besonders fies ist, dass das die Fähre nach Ancona gleichzeitig losfahren soll. Aber das ist eigentlich kein Problem. Die Fähre ist viel schneller in Bari und so können wir die Heimfahrt durch ganz Italien noch etwas geniessen. Wir treffen auch Bruno und Sonia wieder. Gemeinsam schauen wir uns im Internet die Positionen der beiden Fähren an. Natürlich kommt die Fähre nach Ancona etwas früher an. Wir verabschieden uns von den beiden und sehen wie die Anek Fähre ihre Reise nach Ancona startet, während unser Superfast Schiff in den Hafen fährt. Da wir die ersten sind, die in die Fähre reinfahren erhalten wir einen super Platz, dachte ich… aber wir bekommen den Platz direkt am Rand, welcher normalerweise das Zugfahrzeug eines Wohnwagens erhält. Also am Rand, aber vor den ersten «Fenstern». Somit haben wir wieder keine Sicht aufs Meer! Alles halb so schlimm. Die Fahrt ist ja während der Nacht. Die Überfahrt dauert nur 9 Stunden und so sind wir kurz vor 10 Uhr in Bari.

26.09.2019 – 10.00 Uhr

 

Wir verlassen die Superfast II und steuern einen Stellplatz mitten in der Stadt Bari an. Dort hat es Platz für 2-3 Womos. Er kostet 15€ für 24 Stunden und hat sogar Strom. Wir bleiben ja nur kurz, aber es ist uns wohler auf dem bewachten Platz zu stehen. Die 15 Stutz ist uns das wert. Wir nehmen die Velos und fahren zur Altstadt. Diese ist wirklich sehr schön. Mit vielen engen Gassen. Da bist Du den Leuten teilweise fast im Wohnzimmer. Frauen trocknen selbstgemachte Pasta in den engen Gassen. Durch diese fahren aber Motorräder und Velos. Alles sehr speziell aber wirklich sehr schön. Wir geniessen noch eine Gelato und gehen dann zurück zum Wohnmobil.

Ich gebe «Terracina» als Ziel ein. Ich war da mal als Kind und fand es lustig, den Ort wieder zu besuchen. Die Autobahn von Bari nach Napoli ist sehr interessant. Erstens, weil auf jeder Brücke einspurig mit 60 gefahren wird (#MorandiBrück) und zweitens, weil man durch riesige Wälder fährt. Nicht etwa die aus Holz, sondern tausende von Windrädern. Sieht irgendwie total futuristisch aus.

Wir erreichen Terracina erst nach Sonnenuntergang und machen uns auf die Suche nach einem Campinplatz. Das ist gar nicht so einfach, die ersten 3 waren allesamt schon geschlossen. Erst der Blu Camping ist noch geöffnet, aber nur noch bis zum 30.9.!

Der Blu Camping hat 250 Plätze, fast auschliesslich Dauercamper. Aber es gibt eine handvoll Plätze für Womos. Wir richten uns ein, nehmen die Fahrräder und fahren zur nächsten Pizzeria. Es gibt zwei feine Pizzen, dazu Rotwein und am Schluss einen Grappa. Passt!

Wir verbringen eine ruhige Nacht in Terracina. Bevor wir losfahren schauen wir uns den Strand an. Es ist Ende Saison, das merkt man gut. Obwohl es noch sehr warm ist kommen kaum mehr Touristen in diese Region. Eigentlich merkwürdig. Die Luft ist warm, das Meer ebenso.

Blu Camping, Via Badino Vecchio, km 4,350, 04019 Porto Badino LT, Italien
1 Nacht, 25€

27.09.2019 – 10.00 Uhr

Wir fahren weiter. Die Region La Spezia ist unser Ziel. Wir würden eigentlich sehr gerne kürzere Distanzen fahren, aber wir haben Zeitdruck. Also fahren wir die relativ langweilige Autobahn nordwärts. Grossräumig an Rom vorbei hoch in Richtung Genua.

Kurz vor La Spezia konsultieren wir Google Maps und sehen eine Anhäufung von Campingplätzen in Porto Massa. Eigentlich hätte uns ein Stellplatz gerreicht, aber wir sind müde und wollen gemütlich essen. Also suchen wir uns einen geöffneten Camping. Wir werden fündig – Der Camping Partaccia hat ebenfalls viele Dauercamper aber auch recht viel Platz für Wohnmobile. Und da stehen auch sicher 10 Stück. Der Platz verfügt auch über ein Restaurant. Nachdem wir den Sonnenuntergang hinter den Wolken gesehen haben, essen wir super Spaghetti mit Meeresfrüchten, dazu einen Wein aus der Region. Lecker! Nach dem Essen geht’s in’s Womo wo wir uns zuerst einen Eishockey Match ansehen, und danach noch einen Film. Denn draussen ist es richtig kühl geworden. Auch am Tag war das Thermometer nicht über 24 Grad gestiegen.

Camping Partaccia 1, Via delle Pinete, 394, 54100 Massa MS, Italien
1 Nacht, 25€

28.09.2019 – 10.00 Uhr

Wir machen uns auf den Heimweg. Eigentlich wäre es näher und schneller über Genua zu fahren. Aber ich hasse diese Autobahn mit den vielen engen Tunneln. Ausserdem weiss ich nicht, wie es aussieht, jetzt wo eine Brücke weniger steht… Also fahren wir über Parma, Aosta, Martigny in einem Stück, natürlich mit Pausen, nach Hause. Sehr interessant ist, dass sämtliche Ver- und Entsorgungsstationen auf den Autobahnraststätten geschlossen sind. Keine Ahnung weshalb. So leeren wir die WC Kassette halt erst im Grauholz. Um 18.30 Uhr kommen wir müde aber total glücklich im Seeland an.

 

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