Anschaffung neues Wohnmobil

Eigentlich sind wir nur aus reiner Neugier an den Caravan Salon 2018 nach Bern gefahren.

Dort angekommen sahen wir uns in der ersten Halle die Wohnmobile der Marke Benimar an. Das ganz spezielle Layout eines Fahrzeugs hat es uns sofort angetan. Überrascht waren wir auch vom angeschriebenen Preis von rund 65’000.- Franken. Wir haben den Rundgang fortgesetzt und waren uns recht einig, dass dieses Benimar Womo perfekt für uns wäre. In ein paar Jahren…

Nun, meine berufliche Situation hat sich etwas geändert und im Frühling 2019 spielten wir zum ersten Mal ernsthaft mit dem Gedanken, unser altes Wohnmobil zu ersetzen. Es hat uns während fast 5 Jahren begleitet und wir haben es gut (und teuer) gepflegt. Aber da ich jetzt öfters unterwegs bin und dort ein rollendes Bett sehr angenehm wäre beschlossen wir, uns tatsächlich ein neues Gefährt anzuschaffen.

Nach kurzer Google Suche fand ich das erwähnte Benimar Wohnmobil. Und eine Vertretung die das gewünschte Modell sogar vor Ort hat. Es handelt sich um das Modell Tessoro 494. Kurzerhand fuhren wir mit unserem Alten nach Delémont um gleich ein Angebot für den Eintausch zu erhalten. Wir wurden freundlich empfangen und ein Verkäufer zeigte uns das gewünschte Modell. Es war immer noch so wie wir es in Erinnerung hatten. Also ging es an die Eintausch-Verhandlungen. Diese gingen aber nicht lange, da das Angebot der Garage viel, viel, viel zu tief war. So beschlossen wir, etwas vom Ersparten zu nehmen, und damit eine Anzahlung zu leisten. Unser altes Wohnmobil können wir in Kommission auf den Hof der Garage stellen, aber zu unserem Wunschpreis.

In der Woche bevor wir unser Neues abholen, räumen wir unser altes Wohnmobil aus. Wir stellen alles in die Garage und sind doch recht erstaunt, wieviel Ware wir im Womo hatten. Wenn das alles so auf einem Haufen liegt, ist man doch einigermassen verblüfft. Wir reinigen das Gefährt innen und aussen und bereiten es auf den neuen Besitzer vor.

 

Abholung 24.05.2019

Wir treffen uns um 09.30 bei der Garage Willemin in Delémont. Wir werden persönlich und schriftlich auf einer Anzeige begrüsst. Einen Kaffee und ein paar Unterschriften später stehen wir endlich in unserem Wohnmobil. Es steht im Ausstellungsraum und… es ist riesig!

7.43m lang, 2.3m breit und knapp 3m hoch! Der Verkäufer nimmt sich Zeit und erklärt uns die Geräte und alles drum herum recht gut. Man merkt aber schon, dass er das oft macht. Will heissen, es geht recht schnell. Als blutiger Anfänger wäre mir das zu schnell gegangen. Wir hatten auch schon ein paar Videos im Internet gesehen, also war uns ein grosser Teil schon bekannt.

Was uns am meisten von diesem Modell überzeugt hat, ist die Raumaufteilung. Vorne der Wohnraum mit der Lounge und dem teilbaren und in jede Richtung drehenden Tisch. Küche in L-Form. Hubbett. Grosser Kühlschrank. Mit einer Schiebetür abgetrennt ist die Nasszelle mit WC auf der einen Seite und Dusche auf der anderen. Danach, wieder mit 2 Schiebetüren abgetrennt ist das Schlafzimmer. Somit gibt es 2 Wände mit Türen zwischen Schlafzimmer und Wohnbereich mit dem 2. Bett. Ideal für Leute die laut schlafen…

(Das Hubbett ist in Wirklichkeit über dem Salon)

Auch die Ausstattung lässt sich sehen. Serienmässig eingebaut ist eine Rückfahrkamera und ein Solarpanel mit 140W Leistung. Alles sollte Wintertauglich sein.

Auch nicht zu unterschätzen ist das Basisfahrzeug. Es handelt sich um den neuesten Ford Transit mit 170 PS und Automatik Getriebe.

Nach der Einführung (Dauer 1.5 Std) fahren wir die 45 Minuten von Delémont ins Seeland. Die Power vom sehr leisen Motor ist schon gewaltig. Auf der Fahrt bemerken wir sofort, dass etwas scheppert. Der Auslöser ist schnell gefunden. Die Glasklappe auf dem Gaskochherd… Das dürfte schnell behoben sein.

Zuhause laden wir einen Teil des Materials des alten Womos wieder ein. Einfach das Nötigste für die ersten 2 Nächte. Nachdem das Hubbett ein erstes Mal runter- und wieder raufgefahren wurde, lässt es sich nicht mehr bewegen. Ein kurzer Blick in den Sicherungskasten verrät – Sicherung durchgebrannt. Im Lieferumfang des Benimars sind auch ein paar Sicherungen. Wunderbar! Sicherung rein, alles geht wieder. Zweites Problem: Der Kühlschrank kühlt nicht. Er war über 3 Stunden am Strom und nochmals 1 Stunde auf Gas. Der Kühli läuft zwar, das zeigt sich, weil er auf der Rückseite warm ist, aber er kühlt nicht… Nach kurzer Nachfrage beim Händler haben wir keine Lösung gefunden. Nun gut, dann schauen wir nach dem Wochenende. Ebenfalls stellen wir fest, dass das Frischwasser leckt. Auch anziehen des Stöpsels nützt nichts. Auch das schauen wir nach dem Weekend. Auf der Fahrt zum ersten Übernachtungsort kühlt der Kühlschrank plötzlich doch. Schön! Wasser läuft aber immer noch aus. Nicht viel, einfach so Tropfenweise…

Zum Kühlschrank: Die Gattin hatte im Kühlschrank einen Stecker aus- und wieder eingesteckt. Nach der Fahrt zum ersten Übernachtungsstandort kühlt er plötzlich! Wunderbar! Das Problem Wasserleck war auch schnell gelöst. Bei der Garage Willemin lag ein Mechaniker unter das Fahrzeug und hat den Verschluss beidhändig mit aller Kraft angezogen. Man könne auch ruhig eine Zange dafür benützen, sagte er. Jetzt ist alles dicht!

 

Fazit nach 2 Nächten:

Der Ford fährt sich richtig geil

Die weissen Kunstleder Polster sind sehr heikel. Da werden wir etwas finden müssen, sonst sehen die in einem Jahr schlecht aus.

Das Layout ist grandios. Man hat das Gefühl, alles sei gross und es hat viel Platz. Obwohl das Fahrzeug nur 40 cm länger ist, wirkt es doch viel geräumiger als unser Altes.

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