Ligurien – Côte D’Azur – Frühling 2016

Nachdem wir am Donnerstag und Freitag unser Wohnmobil reisefertig gemacht haben, sind wir am Samstag 16. April um 14 Uhr losgefahren. Erstes Reiseziel war Küssnacht am Rigi. Nicht weil es dort besonders schön ist, sondern weil wir am Abend ein Konzert besuchen wollten. Übernachtet haben wir auf dem Parkplatz des Hotels, in welchem unsere Kollegen geschlafen haben. Das Hotel liegt direkt neben der Hauptstrasse. Trotzdem haben wir gut und lange geschlafen.

Erst um 11 Uhr am Sonntag 17. April ging unsere eigentliche Ferienreise weiter.

Die Fahrt durch den Gotthard, die Po-Ebene bis nach Genua verlief staufrei. Unser zweites Ziel der Reise war ein Camping in der Nähe von La Spezia. Der ursprünglich angepeilte CP hatte eine unmögliche Zufahrt, jedenfalls für uns. Also haben wir einfach den Camping gleich daneben genommen. Ankunft 17h00.

Der Camping Albero Doro in Levanto I bietet Platz für ca. 50 Wohnzimmer auf Rädern. Die Parzellen sind grosszügig angelegt und nicht voneinander getrennt. Auf dem Camping standen ca. 10 Wohnmobile. Vornehmlich Wanderer und Biker. Die WC-Anlagen waren super sauber. Leider war die Bar noch geschlossen. 🙁

Camping Albero D'Oro, Levanto I

Camping Albero D’Oro, Levanto I

Sofort ging es in’s herzige Dorf Levanto. Es sieht eigentlich aus, wie fast alle Dörfer in der Nähe Genuas. Direkt hinter dem Strand verläuft eine Hochstrasse. Dahinter ist das eigentliche Dorf welches sich weg vom Meer in ein Tal erstreckt. Wir haben gut, aber nicht gerade billig gegessen.

Nach einem Schlummertrunk in einer wunderschönen, aber leeren Bar ging es ins Bett.

Montag 18.4.2016 – 11Uhr

Abfahrt von Levanto in Richtung Alassio. Das Dorf wurde uns von einem Freund empfohlen. Leider gibt es dort keinen Stellplatz. Einen Camping wohl, der ist aber am Berg, recht weit vom Strand entfernt. Wir haben uns entschlossen, mal zu parkieren und das Städtchen zu erkunden.

Es ist wirklich sehr schön. Es war zwar sonnig, aber der Wind war doch empfindlich kalt. Am Strand konnte man alles sehen, Leute in Wintermänteln neben Anderen in Badehose. Ein lustiger Anblick.

Nach einem Apero in der Bar La Vela haben wir uns entschlossen, nicht auf dem Parkplatz zu übernachten, sondern in’s benachbarte Dorf Andora auf den Stellplatz zu fahren. Dieser befindet sich mitten im Dorf. Einfach ein Beton-Parkplatz mit Betonmauer drumrum. Eine saubere Dusche/WC hat es, V/E ebenfalls.

Stellplatz Andora I

Stellplatz Andora I

Nach 5-minütigem Marsch ist man im leider noch völlig ausgestorben Dorfkern. Wir haben super fein gegessen in einem sehr speziellen Restaurant, welches im alten Befestigungsturm eingerichtet wurde.

Ristorante Il Bastione, Andora I

Ristorante Il Bastione, Andora I

Karte mit der Befestigung

Karte mit der Befestigung

Danach blieben wir aber erfolglos mit unserer Suche nach einer offenen Bar. So haben wir halt noch einen Schlummertrunk im WoMo genommen. Die Nacht war recht ruhig, obwohl der Stellplatz direkt neben der Hauptstrasse liegt.

Dienstag 19.4.2016 – 09:50Uhr

Wir verlassen Andora mit dem Ziel Nizza. Zuerst fuhren wir der Küste entlang bis Imperia. Die Durchfahrt durch die schöne Stadt mit Dom und allem drum und dran gestaltete sich recht mühsam. Wir beschlossen, die Autobahn zu nehmen. In Nizza angkommen, kurvten wir durch die Stadt, zwei mal dem Strand entlang, doch leider weit und breit kein Parkplatz. Und zeigte sich, dass man auch im 2. Jahr Camper-Leben solche Anfängerfehler machen kann. Wir empfehlen jedem Fahrer eines grossen Fahrzeugs, VORHER abzuklären, wo man sein Gefährt hinstellen kann. Jeder erfahrene Wohnmobilist hat für das nur noch ein müdes Lächeln übrig, aber vielleicht liest dies hier ja ein Anfänger 🙂

So verliessen wir Nice ohne je einen Fuss auf den Asphalt gesetzt zu haben…

Das Ziel war der Camping de la Plage in Grimaud. Grimaud liegt im Golf von St. Tropez

Camping de la plage, Grimaud F

Camping de la plage, Grimaud F

Der Camping war nicht ganz so leer, wie es auf dem Bild scheint, aber viel los war tatsächlich noch nicht. Wir beschlossen, 3 Nächte auf diesem wunderschönen Camping Platz zu bleiben. Er bietet wohl über 100 Plätze für Womos und Wowas an. Verfügt über ein Restaurant und Supermarkt.

Wir erkundigten uns nach den Sehenswürdigkeiten. Port Grimaud wurde uns wärmstens empfohlen.

Port Grimaud

Port Grimaud

Port Grimaud

Port Grimaud

So machten wir uns auf den 5-Minütigen Fussmarsch entlang dem schönen und sauberen Sandstrand. Port Grimaud ist das Mini-Venedig der Côte D’Azur. In den 1960er Jahren erbaut und heute nur noch den Superreichen vorbehalten. Das Städtchen besteht aus 3 Teilen, wobei ein Stadtteil für uns Touristen geöffnet ist. Er ist Autofrei und verfügt über ein paar Läden und Restaurants. Die anderen 2 Teile sind für Touris gesperrt, dafür dürfen die Besitzer der Häuser ihre Autos und Motorräder im Dorf parkieren. All dies erklärte uns der Schiffsführer auf der kurzen Hafenrundfahrt. Mehr Infos zu Port Grimaud gibt es hier.

Am nächsten Tag – Mittwoch 20.4.2016 – machten wir einen Ausflug nach St. Tropez. Hin mit dem Bus, zurück mit dem Schiff. Wir besichtigten die Befestigungsanlagen auf dem höchsten Punkt der Stadt. Das nagelneue Museum ist sehr interessant eingerichtet, definitiv ein Besuch wert, zumal der Eintritt zum Museum und Burg nur 3 Euro kostet. Danach schauten wir uns das Dorf an und genehmigten uns ein Bier in Kelly’s Pub am Hafen.

Nach unserer Rückreise mit dem Schiff von St. Tropez genossen wir ein feines Nachtessen in Port Grimaud und einen Schlummertrunk in der Bar des Campings nebenan. Diese Bar ist neu und windgeschützt, was am späteren Abend doch sehr vorteilhaft war.

Allgemein war das Wetter immer wieder ein Thema. Die Sonne schien zwar, aber der Wind war immer recht kühl und stark. Wir haben mit unseren Wetter Apps versucht, auf dem Laufenden zu bleiben. Aber am Donnerstag 21.4.2016 war es bedeckt und kühl. Ab Mittag begann es dann zu regnen. Dies war gemäss App nicht vorgesehen 🙁 So verbrachten wir den Tag mit DVD schauen, schlafen, Apero und Abendessen. Erholung pur! 😉

Am Freitag 22.4.2016 machten wir uns um 11 Uhr auf den Weg nach Avignon. Bei strahlendem Sonnenschein notabene. In Avignon angekommen, parkierten wir auf dem Stellplatz, welcher sich neben diversen Campings auf der Insel zwischen den 2 Rhonen liegt. Die Campings sind wunderschön gelegen, direkt neben dem berühmten Pont D’Avignon. Wir nahem die Gratis-Fähre über die Rhone und besichtigten den Palast der Päpste. Auch hier war der Eintritt von 11 Euro absolut gerechtfertigt.

Wir gingen zu Fuss zurück zu unserem Womo und machten uns auf den Weg nach Orange. Dort wollten wir eigentlich das Theater besichtigen, aber wir waren 10 Minuten zu spät… Die Tore waren geschlossen 🙁

Theater von Orange

Theater von Orange

So schlenderten wir noch ein bisschen durch die schöne Altstadt und machten uns auf den Weg Richtung Norden.

Auf der Autobahn wurden wir noch Zeuge einer kleinen Show der Patrouille de France, welche wohl eine Übung über Autobahn flog. Gar nicht so einfach, die Augen auf den Verkehr zu richten, wenn dir Jets in kleiner Höhe um die Ohren donnern 🙂

Fruehling2016_ - 49

Kurz vor Valence machten wir Rast und öffneten unser ProMobil Stellplatz App, welches sich in der Vergangenheit als sehr nützlich erwiesen hat. Auch dieses Mal hat es uns nicht enttäuscht und rückte einen kleinen Gratis-Stellplatz im Dorf Cornas aus. Als wir dort ankamen, waren bereits 6 von den 5 Plätzen besetzt… Trotzdem konnten wir noch parkieren ohne dass wir jemandem in den Weg gekommen wären.

Wir machten uns auf die Suche nach einem Restaurant und wurden nach 300 Meter fündig. Ich gönnte mir eine lokale Spezialität – eine Crique – welches eigentlich eine Rösti ist, bei welcher man ein Ei in die Kartoffeln mischt. Dazu gibt man Zwiebeln und Speckwürfel. Eben, eine Rösti 🙂 Meine bessere Hälfte genoss einen Fisch. Die Servierdüse wusste nicht genau, was für ein Fisch es ist, es sei aber in derselben Familie wie Thunfisch. Und so schmeckte er auch, fein!

In der Nacht goss es wie aus Kübeln, aber wir finden den Sound vom Regen auf dem Dach sehr heimelig. So haben wir gut geschlafen.

Am Samstag 23.4.2016 verliessen wir die Ardèche in Richtung Schweiz. Im strömenden Regen gestaltete sich die Heimfahrt etwas mühsam, aber um 15:15Uhr erreichten wir das Seeland wo eine weitere Ferienwoche mit unserem alten Wohnmobil erfolgreich zu Ende ging.

Zusammenfassung:
Gefahrene Kilometer: 1711

Begangene (Anfänger-) Fehler:
– Nicht frühzeitig abgeklärt, wo es Parkplätze für grosse Fahrzeuge gibt in Nizza
– Wetter nicht gründlich genug beobachtet
– Öffnungszeiten einer Sehenswürdigkeit nicht abgeklärt

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