Comersee, Venedig, Verona, Ticino – Frühling 2015

Als Camping-Neulinge haben wir uns vor ein paar Monaten ein 18-jähriges WoMo gekauft. Wir (ende 40) träumten seit Jahren von einem Wohnmobil. Jetzt sollte es so weit sein, die erste Reise stand an.

Ein paar Worte zu unserem Wohnmobil. Das Grundfahrzeug ist ein Peugeot Boxer 2.5l Turbo Diesel. Der Aufbau ist ein Autostar Athenor 526. Das WoMo wurde vom Vorbesitzer perfekt gepflegt und ist in einem super Zustand. Zusätzlich haben wir eine Klimaanlage, Rückfahrkamera und Solaranlage einbauen lassen.

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Nachdem wir vor 2 Wochen einen vollen Funktionstest gemacht haben, wurden noch die letzten Probleme behoben. Die Wasserpumpe musste ersetzt werden. Ansonsten funktionierte alles perfekt.

Ein Studium der diversen Reiseberichte hatte ergeben, dass viele Camper Rundreisen machen. Andere wiederum machen Städtereisen oder einfach Badeferien. Wir haben beschlossen eine Mischung aus Rundreise und Städtebesichtigung zu machen. Ohne grossen Plan. Grossrichtung Venedig…

So ging es also am 19.4.2015 um 12:30 Uhr los im Bieler Seeland. Nach einem kurzen Zwischenstopp auf der Autobahnraststätte bei Aarau fuhren wir Richtung Gotthard. Ein Tankstopp nach dem Gotthard auf der Raststätte Airolo zeigte uns, dass der Verbrauch unseres alten Womos doch bei ca. 12 Liter Diesel beträgt.

Unser Ziel war es, am Comersee zu übernachten. Ohne wirklich viel zu überlegen, fuhren wir am See entlang. Aber diese Strasse hat es in sich! Sie ist so schmal, dass „normale“ Autos gerade noch kreuzen können. Aber mit unserem 220 cm breiten Gefährt wurde das recht abenteuerlich. Auch Möglichkeiten kurz anzuhalten sind äusserst rar… Unser Stellplatz App (Pro Mobil Life +) zeigte uns einen Stellplatz auf der anderen Seite des Sees an. Auch das Navigon zeigte keinen Zeltplatz in unmittelbarer Nähe an. Also beschlossen wir, einfach mal weiterzufahren. Kurz darauf sahen wir ein Schild mit einer Werbung für einen Camping 5 km weiter. Diesen fuhren wir dann an, weil ich einfach keine Lust mehr hatte, weiter als nötig zu fahren.

Der Camping La Vedo in Lenno (http://www.campinglavedo.it) ist weder im Navigon noch bei Pro Mobil ersichtlich. Ein ganz kleiner Platz mit allem Nötigen. Der Strom ist etwas schwach auf der Brust, die Sanitäranlagen sind in Ordnung. Wifi kostet 2 Euro für den gesamten Aufenthalt. Eine schöne Überraschung ist das Restaurant. Günstig und wirklich gut! Nach einer Pizza, Hauswein und Espresso mit Grappa geht es in’s Bett. Unsere erste Nacht im Wohnmobil. Obwohl der Camping direkt an der Strasse gelegen ist, ist es erstaunlich ruhig. Die Strasse ist gegenüber dem Camping etwas erhöht, daran dürfte es liegen… Die Nacht war ruhig gemütlich, erholsam – so soll es sein!

Camping La Vedo

Camping La Vedo, Lenno I

Dieser Abstecher bewog uns dann, die weitere Reise etwas besser zu organisieren, wobei das mehr ein guter Vorsatz war, als eine Tatsache 😉

Montag 20.4.2015
Am nächsten Morgen um 10:30 verliessen wir Lenno in Richtung Como – Milano. Natürlich ging es wieder dieselbe enge Strasse zurück. Als wir dann endlich auf der Autobahn waren, überliess ich das Steuer meiner Frau.

Während der Fahrt bemerkten wir, dass irgendwo im Wohnraum Wasser leckte. Nur ganz wenig, aber irgendwie war das doch nervig. Zuerst verdächtigten wir das Gefrierfach, welches während der Fahrt nur mit 12 Volt funktioniert und nicht mehr so gut kühlt. Später entdeckten wir, dass das Wasser eher aus der Nasszelle kam. Wir konnten aber nicht feststellen woher genau. Des Rätsels Lösung: Wenn man beim Spülen die Klappe der WC Kassette zu früh schliess, fliesst das Wasser danach nicht mehr in die Kassette (Logisch) sondern verteilt sich im Raum wo die Kassette ist. Dieses fliesst dann in den Innenraum des Campers… Mal schauen ob wir das ändern können….

Nach diversen Kaffee-Stopps erreichten wir um 17h30 Cavallino-Treporti. Der erste Camping, welcher uns empfohlen wurde, war noch geschlossen. So viel zum Thema, besser vorbereiten…

Der zweite Camping war dann geöffnet. Der Camping Miramare (http://www.camping-miramare.it/index-de.htm) befindet sich ganz am Ende der Cavallino Halbinsel, am Punta Sabbioni. In unmittelbarer Nähe befinden sich 2 Restaurants. Das Eine direkt beim Camping (Ristorante Al Bacardo) können wir nicht wirklich empfehlen. Das zweite Restaurant, ca. 200 Meter Richtung Strand (Ristorante Sotoriva) ist dafür umso besser. Nicht billig, aber sehr lecker. Ebenfalls gleich neben dem Camping hat es einen Stellplatz mit WC. Dieser kostet zu meiner Überraschung gleich viel wie der Camping – nämlich 32 Euro für WoMo + 2 Personen.

Camping_Venedig

Camping Miramare, Punto Sabbione I

Nach sehr feinem Essen und Trinken im Restaurant Sotoriva ging es in’s Bett.

Dienstag 21.4.2015
Vom Camping erreicht man den Hafen in ca. 10 Minuten Fussmarsch. Der Camping bietet aber auch einen Shuttlebus an. Vom Hafen fährt man mit den Linien 14 und 15 in 40 Minuten zur Piazza San Marco in Venedig.

Allzuviele Touribilder erspare ich Euch an dieser Stelle. Nur so viel, will man nicht Apotheker-Preise bezahlen, muss man für Speis und Trank in die kleinen Nebengassen ausweichen. Man bezahlt dort bedeutend weniger und das Essen schmeckt bestimmt nicht schlechter! Wir waren in einer ganz kleinen Beiz namens Osteria a la Campana in der Calle dei fabbri. Die lokale Spezialität ist Spaghetti nero de seppia. Also schwarze Tintenfisch Spaghetti. Sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus, schmeckt aber ausgezeichnet!

Spaghetti Nero al sepia

Carpaggio

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Venedig

 

Donnerstag 23.4.2015
Nach einem zweiten Tag Stadtbesichtigung haben wir es gesehen und beschlossen am nächsten Tag nach Verona zu fahren. Eine kurze Recherche im Internet zeigte, dass es nahe dem Stadtzentrum einen Stellplatz gibt. Videoüberwacht, schön gelegen und günstig. Diesen steuerten wir dann auch an und waren positiv überrascht. Tatsächlich ist der Stellplatz (http://www.amt.it/index.php/parking/area-for-camper.html) super schön gelegen. In ca. 15 Minuten ist man zu Fuss bei der Arena. Die Stadt ist schön. Leider liessen wir uns Abends von der schönen Deko eines Restaurants in der Innenstadt blenden. Das Essen war teuer und nicht wirklich toll. Die Bedienung war auch recht un-cool. Naja, manchmal soll es nicht sein. Nach dem Griff in die Kloschüssel beschlossen wir zurückzugehen. Im Stellplatz sahen wir eine Werbung für ein Ristorante/Bar in „100 Meter“ Entfernung. Wir beschlossen dort noch einen Absacker zu uns zu nehmen. Aus 100 wurden dann 500 Meter, die Bar war heller als jeder Wartsaal und komplett leer. Dies hielt uns aber nicht davon ab, noch 2 günstige Biere zu leeren. Danach ging es zu Bett, zum ersten Mal auf einem Stellplatz. Dieser war inzwischen praktisch voll. Draussen diskutierten noch ein paar Italienische Camper, aber nur ein paar Minuten. Danach war totale Ruhe. Und zwar lange. Wir haben locker bis 9 Uhr geschlafen.

Stellplatz Verona

Stellplatz Verona

Arena di Verona

Arena di Verona

Freitag 24.4.2015
Am nächsten Tag war unser Plan, ins Tessin zu fahren. Auf der ersten Raststätte nach der Grenze konsultierte ich mein Navi und fand einen Zeltplatz in der Nähe von Locarno.

Als wir dort ankamen, stellten wir fest, dass der Camping (http://www.campingtamaro.ch/) ein 5 Sterne Luxus Teil ist. Ok, dachten wir, warum nicht!? Nach kurzer Besichtigung zu Fuss richteten wir uns ein. Im Tessin war es so warm, dass wir gleich unsere neue Klimaanlage einweihen konnten. Wir beschlossen einen geruhsamen Abend zu verbringen.

Camping Tamaro, Tenero TI

Camping Tamaro, Tenero TI

Wir blieben auf dem Camping, haben etwas im Camping-eigenen Restaurant gegessen. Ich Fisch, die bessere Hälfte eine Pizza. Beides lecker. Auch der lokale Merlot schmeckte vorzüglich. Bei mir machte sich nun doch die Anstrengungen der letzten Tage bemerkbar. Sehr früh ging ich schlafen. Am nächsten Tag regnete es zum ersten Mal in diesen Ferien. Dies machte das zusammenräumen nicht wirklich angenehmer, war aber schnell gemacht. Wir hatten glücklicherweise den Wetterbericht gelesen 😉 Marquise, Tisch und Stühle haben wir am Vorabend noch weggeräumt.

Obwohl dies ein 5 Sterne Camping ist, fand ich die Organisation bezüglich Entsorgung nicht so toll. Der Ort ist sehr eng und das Abwasser kann nicht am selben Ort entsorgt werden wie die Toilette. Oder ich hab’s nicht begriffen… Das war in Italien überall sehr easy.

Die Heimfahrt verlief dann weiterhin problemlos. Um 14:30 erreichten wir unser Heim im Seeland. Die Woche war viel zu kurz, aber in knapp 2 Monaten geht es auf eine 3-wöchige Griechenland Reise! Die Vorfreude ist jetzt noch grösser, da die „Test-Woche“ so easy verlaufen ist.

 

 

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